Ulla Ströhmann

Ulla Ströhmann verbindet die antike Wachsmaltechnik der Enkaustik mit der geometrischen Formensprache der Moderne. Die Kölner Künstlerin ergänzt die Tradition der Pigmente in Bienenwachs mit Silber- und Aluminiumblättern. Während die linearen Kompositionen Klarheit vermitteln, zeichnen sich die farbigen Flächen und die Sinnlichkeit des Wachses durch eine warme Lebendigkeit aus. Seit 2000 ist sie mit Ausstellungen in Deutschland und Europa aktiv und in zahlreichen Sammlungen vertreten.
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Poesie und Klarheit
Ulla Ströhmanns Bildobjekte repräsentieren das Gleichgewicht scheinbar widersprüchlicher Kräfte: Die strenge Komposition und die Kühle der reflektierenden Metalle stehen in einem spannungsreichen Kontrast zu der lebendigen Intensität der Farbflächen. Auf der Grundlage geometrischer Raster kreiert die Künstlerin einerseits Bereiche, in die Blattmetalle aus Silber, Aluminium, Kupfer oder Gold eingearbeitet sind. Diesen stellt sie monochrome Farbfelder gegenüber, in denen die Pigmente unterschiedlich intensive Farbschichten bilden. Das in mehreren Lagen aufgetragene, transparente Bienenwachs reflektiert das Licht von der untersten Malschicht her und verleiht der Farbe eine besondere Strahlkraft und Tiefenwirkung.
Zugleich stehen ihre Arbeiten in intensivem Dialog zu Architektur und Raum, was sich aus ihrem künstlerischen Anfängen als Bildhauerin ergibt. Immer schon gehörte das Erproben neuer Techniken, Substanzen und Formen zu Ulla Ströhmanns künstlerischem Prinzip, und zu Beginn der neunziger Jahre stieß sie auf das vielseitige und wandlungsfähige Wachs, von dem sie schon allein aufgrund seiner Beständigkeit fasziniert war: ln Hunderten von Jahren bleibt seine molekulare Zusammensetzung unverändert.
Während das zugrunde liegende geometrische Ordnungsprinzip Ruhe und Ausgeglichenheit vermittelt, wirken die belebten Farbflächen und die intensive Leuchtkraft der reinen Pigmente anregend auf den Betrachter. Mit seiner luziden Tiefenwirkung zieht das natürliche Bienenwachs das Auge in die Tiefe der Bildfläche, während die reflektierende Kühle der Metallflächen den Blick auf der von den Unebenheiten des Wachsmaterials geprägten Oberfläche hält. Konstruktion und Emotion, intellektuelle Kühle und sinnliche Wärme sind in spannungsvoller Harmonie vereinigt.
Mit der unmittelbar auf Licht reagierenden Farb- und Materialkombination eignet sich die Künstlerin ein Alleinstellungsmerkmal in der aktuellen Kunst an. Virtuos inszeniert sie eine einzigartige Farbgebung, denn die Blattmetallen als Hintergrund erlauben eine besondere Art der Rück-Reflexion.
Diese Dimension einer Unbestimmtheit, wo das Nicht-Abbildbare, das Unsichtbare, das Unbewusste und das Unendliche als zeitliche Ausdehnung mit eingeschlossen sind, ist das eigentlich Neue im Werk Ulla Ströhmanns. Damit führt sie durch Räume einer scheinbaren Wirklichkeit, hinter der immer weitere Räume einer zukünftigen Wirklichkeit verborgen sind.

| Vita | |
| 1978 -1984 | Studium Freie Kunst/Bildhauerei, Fachhochschule Kunst und Design, Köln. Bei Sir Eduardo Paolozzi, Prof. Peter Skubic |
| 1986 -1992 | Installationen, Objekte |
| 1992 | Hinwendung zur Fläche, Bilder, Enkaustik mit Blattmetall auf Holz |
| 2012 | Artist in Residence–Stipendium, Okayama/Japan |
| Gruppenausstellungen (Auswahl) | |
| 2011 | „Messmer foundation, Kunsthalle Riegel |
| 2009 | „Horizon“, Het Kruithuis, s-Hertogenbosch/ Niederlande |
| 2008 | Centre Culturel Christiane Peugeot, Paris |
| 2007 | EuropART, Genf |
| 2006 | Dr. Kaske Stiftung, camera artis, München |
| 2005 | Trinitatiskirche, Köln |
| 2000 | „Nahtstellen“, Städtisches Museum Blankenheim |
| Einzelausstellungen (Auswahl) | |
| 2018 | Kunstverein Eschweiler |
| 2017 | Galerie FlowFineArt, Leverkusen |
| 2016 | „Klarheit, Konzentration: Farbe“, St. Agnes Kirche, Köln |
| 2014 | “Close to distance“, Hochschule für Musik und Tanz, Köln |
| 2012 | „Begegnungen“, Okayama/Kurashiki, Japan |
| 2010 |
„Opposites attract“, Galerie Lau, München “Transparenzen”, Schloss Gebesee bei Erfurt |
| 2009 |
“Equilibrium“, Galerie Lau, München „Poesie und Strenge“, Kunstverein Nümbrecht |
| 2008 | „Timeless Contemporary“, Galerie Lau, London |
| 2007 | “Leuchtende Farbfelder”, Stiftung für Konkrete Kunst, Freiburg „Spiegelungen“, Stiftung Daniel Henry Kahn-Weiler, Rockenhausen „Lichtungen“, Schloss Gebesee bei Erfurt |
| 2006 | „Farbe und Licht“, Foster-Museum, Neu-Ulm |
| 2000 | „Zwielicht“, Stapelhaus, Köln |






