


Peter Royen, geboren in Amsterdam, verstarb 2013 Jahr mit 90 Jahren in Düsseldorf, bekannt für seine weißen stillen Bilder und das große Engagement für seine Künstlerkollegen. Das Bundesverdienstkreuz 1984 und der Künstlerpreis der Düsseldorfer Künstler 2013 sind Ausdruck der hohen Wertschätzung für ihn.
Von Werner Schmalenbach „Maler der Stille“ genannt, arbeitete er zwar mit Geometrie und Struktur, doch sind seine Bilder weder streng noch programmatisch. Es ging ihm darum, die räumliche Wirkkraft von Farbe zu erforschen, wozu die Nicht-Farben Weiß und Schwarz perfekt geeignet sind. Er regt den Betrachter an, viel Zeit vor seinen Arbeiten zu verbringen, sich in die Bilder hineinzulesen. Dann entdeckt man die haptischen Eigenschaften des Materials und die subtile Raumwirkung.
Nach dem Studium bei Pankok blieb Royen in Düsseldorf. Er hatte unzählige Ausstellungen in Deutschland, den Niederlanden, sowie in Brasilien und Japan. Viele wichtige internationale Sammler, wie z.B. Königin Beatrix der Niederlande, besitzen Arbeiten von ihm.
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Weiße Stille
Peter Royen,1923 in Amsterdam geboren und in 2013 in Düsseldorf verstorben, war eine Persönlichkeit. Nicht nur, weil er sich 60 Jahre lang mit außergewöhnlich großer Sensibilität und Energie der Kunst widmete. Er setzte sich auch schon früh für die „Freiheit der Kunst“ und den „Respekt vor dem Künstler“ ein. Mit 23 zog er nach Düsseldorf, um an der dortigen Kunstakademie bei Pankok zu studieren.
Er initiierte die Vernetzung und Unterstützung regionaler-, aber auch internationaler Künstler, im Zuge dessen half er unter anderem das Kulturamt Düsseldorf zu gründen und rief die „Gruppe 53“ ins Leben. Neben der einzigartigen Malerei für die er bekannt ist, befasste er sich vorher mit Holzdruck und Plastik.
Die Holzschnitte von 1950 sind von hoher Qualität und zeitlos. Alle Frauenfiguren sind Bilder von seiner Ehefrau Christine, von der sich der Siebenundzwanzigjährige in Alltagssituationen inspirieren ließ. Modell gesessen hat Christine nie. Wenn man die innige Verbindung des Paares spürte und die Verehrung, die er ihr zeigte, dann kann man sie wohl seine Muse nennen. Um arbeiten zu können brauchte er ihre Nähe, ein einmaliger Versuch in einem externen Atelier zu malen scheiterte, seitdem malte er immer zu Hause. Die Handabzüge der Holzschnitte sind ausgewogen und spannungsvoll in ihrer Komposition und der Verzahnung der Flächen. Es ist dem Künstler gelungen unterschiedliche Stimmungen zu transportieren. Gelernt hat er die Technik 1946-49 an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Pankok, den er sehr verehrte.
Die Plastiken aus den Anfängen der Sechziger Jahre hat Peter Royen als Modelle für die Weiterverarbeitung in Metallguss gearbeitet.
Die Flow Fine Art Galerie hatte entschieden 2011 erstmalig die Gipsmodelle auszustellen.
Mit der Oberflächenstruktur und Farbigkeit der Gussvorlagen korrespondieren die Modelle mit dem Hauptwerk Peter Royens, den weißen Bildern.
Die organischen Formen der Plastiken bieten ein weites Assoziationsfeld, sie lassen an Pflanzensamen und Früchte denken und auch an weibliche Akte. Wegen ihrer Schlichtheit und Archaik können sie auch an traditionelle Kunst von Naturvölkern erinnern. Dieser Eindruck mag von dem Material und der Farbe der Modelle verstärkt werden, denn die fertig gegossenen Plastiken sind hingegen aus einem Aluminiumstahlverbund gegossen, der silberfarben und matt ist.
Seinen einzigartigen Stil in der Malerei hat Peter Royen vor etwa zwanzig Jahren gefunden und beibehalten. Auf die Frage, wie sein Gefühl war, als er das erste Mal auf diese Weise in weiß gemalt hat, sagte er: „Ich war überrascht, überrascht von der Wirkung. Und da bin ich dabei geblieben.“
Dabei war Weiß nicht von Beginn an die Farbe seiner Wahl gewesen: Die Bilder seiner ersten Ausstellung kamen mit Rot daher. Aber weil die Kunstkritik damals mehr über das intensive Rot als über die für ihn wichtigen Formen sprach, musste etwas getan werden.
Peter Royen: „Das Rot musste weg! So konnten sich meine Formen einfach besser Gehör verschaffen. Nichts soll vom Wesentlichen ablenken“. Die Bilder in Weiß sind entsprechend zu seinem Markenzeichen geworden. Erst 2008 nach 50 Jahren machte er Rot zum wesentlichen Bestandteil einer Serie, angeregt von einem Gespräch mit Professor Werner Schmalenbach. Als dann der Galerist diese Arbeiten in seinem Atelier sah, kam die spontane Idee für den Ausstellungstitel: Royen sieht Rot.
Und doch kam er immer wieder auf Weiß zurück, denn diese Farbe, so sagt er, lässt alles nach außen offen, drängt sich nicht auf. Mit der Entscheidung für Weiß bleiben die Formen im Vordergrund.
Wenn man die typische Malerei Royens in ihrer Einfachheit mit den eckigen Formen betrachtet können die Bilder auf den ersten Blick kühl und streng wirken. Aber schon bald lässt sich die Lebendigkeit und Wärme in seiner Kunst erkennen.
Er regte den Betrachter an, viel Zeit vor seinen Arbeiten zu verbringen, sich in die Bilder hineinzulesen.
Dann finden wir die haptischen Eigenschaften des Materials und die subtile Raumwirkung. Ihm ging es darum, die räumliche Wirkkraft von Farbe zu erforschen, wozu die Nicht – Farben Weiß und Schwarz perfekt geeignet sind. Er verwendete folgende Technik: In sieben Schichten, da er schon als Kind die Glückszahl Sieben hatte, trug der Künstler Farbe auf, wobei die erste Schicht immer ein Gelbton ist, die die grobe Untergrundskizze verschwinden lässt. Er verwendete auch Bienenwachs, Dammarharz und Terpentin.
Die Bilder die Peter Royen „Bildobjekte“ nannte, sind also keineswegs durchgeplant, sondern die Lage der Linien und Vierecke ergibt sich erst im Laufe des langen Entstehungsprozesses. Die weiteren Schichten bearbeitete er mit Spachtel, Pinsel und Pinselstiel, so dass Formen und Muster entstehen. Zum Teil schliff er die Erhebungen von Farbe auch wieder ab. Die eigentlich monochrome Farbigkeit von Titanweiß und Eisenoxydschwarz bekommt so seine subtile Tiefe und haptische Qualität. Räumliche Gewichtungen, Höhen und Tiefen ergeben ausgewogene Komposition, die zu einer meditativen Betrachtung einladen, denn in seinen Werken konzentriert sich alles auf das Jetzt, auf das Sein selbst. Die Ruhe in den Bildern wurde auch von Museen in Japan erkannt und er hat in einem Zentrum des Zen ausgestellt. Professor Werner Schmalenbach hat ihn entsprechend einen „Lyriker der Malerei, einen Maler der Stille“ genannt.







