
Christoph Jakob baut wie ein Architekt seine Türme aus Steinelementen auf und verleiht jedem “Gebäude” eine individuelle Aura: er akzentuiert durch polierte Kanten und Formen, gewährt durch Freiflächen Einblicke und Durchblicke, versieht die “Fassade” mit Strukturen oder spielt durch Versetzen an den Schnittkanten mit der Statik. Der aus dem Frankfurter Raum kommende Künstler hat seit 2001 zahlreiche Ausstellungen deutschlandweit, ist vertreten mit Kunst am Bau und schafft Skulpturen mit dem Element Wasser.
WeiterlesenKontraste in Stein
Bei Christoph Jakobs abstrakten Skulpturen scheint das „Wie“ im Vordergrund zu stehen, die Technik wie der Stein bearbeitet wurde, wie ist er vorgegangen, wie wirkt der Stein? Schon früh hat sich bei seinen Arbeiten das Thema Oberfläche und Kern entwickelt. Diese Thematik ist in den Skulpturen ausgearbeitet, indem die Oberfläche des Steines natürlich belassen ist, so wie im Steinbruch vorgefunden und er dann ins Innere, zum Kern des Steines vordringt.
Das Grundprinzip seiner Arbeiten könnte man als plastische Skulpturen bezeichnen, wenn man Skulpturen so definiert, dass die Form durch Abtragen von Material entsteht und die Plastik als eine Form, die aufgebaut wird. Denn er hat ein Verfahren entwickelt, bei dem er den vorgefundenen Stein spaltet – er schneidet nicht, denn dann würde an der Schnittstelle eine Lücke entstehen – um dann die Bruchstücke zu bearbeiten. Bei diesen trägt er zum einen Material ab, um neue Elemente zu formen, zum anderen baut er aus diesen Formen die Arbeit auf, was eine plastische Technik ist. In den aufgespaltenen Stein arbeitet er seriell angeordnete Stege, runde Bohrlöcher, rechteckige Freiflächen. Diese sind in vielen Stunden und Arbeitsschritten durch Schleifen so glatt geworden, dass hochglänzende Ansichten des Steines zum Vorschein kommen. Dann wird der Stein wieder zusammengesetzt. Wie ein Architekt baut der Bildhauer seine Türme aus Steinelementen auf, gewährt durch die Freiflächen Einblicke und Durchblicke und versieht die Fassade mit Strukturen.
Sein Material sind sehr harte Steine: Granit, ein magmatisches Gestein, und Basalt, ein Vulkangestein. „Die Arbeit am Stein ist oft eine Gratwanderung, ein ständiges Abwägen. Hartgestein ist wie Glas, der splittert einfach weg, wenn man es falsch anpackt. Ich liebe diese Oberfläche, die Geschichten erzählt, und den kühlen Kern, den man da herausschälen kann.“
Die endgültige Form ist als Idee schon vor dem Eingriff vorhanden, denn der Stein birgt die Form in sich. Die asymmetrische organische Form des Steines trifft auf Menschen gemachte Struktur und Ordnung. Christoph Jakob sieht den Stein in seiner ursprünglichen Form und sein künstlerisches Eingreifen als gleichwertig an, auf Augenhöhe. Er zwingt seine gestalterischen Ideen dem Stein nicht auf, sondern lässt sie in sensibler Korrespondenz mit den natürlichen Gegebenheiten des Materials erwachsen.„Es ist die Auseinandersetzung zwischen meinem Willen und dem Gestein“, formuliert es Christoph Jakob selbst. Und so entstehen Steinskulpturen, die ein Spannungsfeld erzeugen und gleichzeitig harmonisch wirken, Objekte, die gleichzeitig Ruhe und Kraft ausströmen.








